1.     Was ist Taekwon Do ?                                                                                                            
2.     Choi Hong Hi  (Kurzgeschichte )

1. Was ist Taekwon Do ?

Taekwon Do heißt frei übersetzt:
    „Die Kunst des Fuß- und Handkampfes“
und steht für:

Tae            -Fuß            =  Springen, Stoßen, Schlagen mit dem Fuß

Kwon         -Faust         =  Schlagen, Stoßen mit der Hand oder Faust

Do              -Weg           =  der Weg, der geistige Inhalt, die Lehre 

 
Taekwon-Do setzt sich aus folgenden verschiedenen Bereichen zusammen:

Dassoo Dallyon                 Aufbautraining

Hier wird die allgemeine Fitness (wie z.B.: Ausdauer, Kraft, Dehnung, Koordination) trainiert.

Gibon Yonsup                  Grundschule

Hier werden die einzelnen Techniken und auch Fußstellungen gelehrt und geübt.

Tul                                  Übungsform

Dies ist der wesentliche Teil im Taekwon-Do,
hier werden die verschiedenen                                    
Grundtechniken in einer festgelegten Kombination gelaufen.

Die Tul sind vergleichbar mit einem imaginären Kampf gegen einen oder mehrere Gegner.

Matsogi                              Partnerübung / Partnerkampf

 Man unterscheidet hier zwischen folgenden Übungen:

         – abgesprochene Übung       -     Sambo Matsogi

                                                  -     Ibo Matsogi

                                                 -     Ilbo Matsogi

         – halbfreier Kampf               -     Ban Jayu Matsogi

Hier sind einige Kombinationen abgesprochen;                                                                              
Ban Jayu Matsogi eignet sich zum Üben und gilt als Vorstufe zum freien Kampf.

        –   freier Kampf                     -     Jayu Matsogi

Hier wird nach gültigen Kampfregeln gekämpft,
es sollte hier keine Absprache erfolgen.

Hosinsul                           Selbstverteidigung

Hier unterscheidet man zwischen einem waffenlosen und einem bewaffneten Angriff,                          wobei der Verteidiger immer waffenlos ist.

Gyok Pa                            Bruchtest

Dieser dient in erster Linie zur Überprüfung der Technik, ähnlich wie ein Qualitätsnachweis.
                                     
Ilon                                   Theorie

Sie gilt als Überprüfung, ob man die einzelnen Punkte (Übungen) verstanden hat und erklärt Sinn und Zweck jeder Technik (Übung).
Taekwon-Do verbessert nicht nur die körperlichen Eigenschaften
wie z.B. Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination.
Es sollte auch die positive Persönlichkeit herausgebildet werden.
Hierbei sollten folgende Charaktereigenschaften (Tugenden) ausgeprägt werden:
Höflichkeit,                                                                                                                                 Rechtschaffenheit,                                                                                                                     Selbstdisziplin,
Durchhaltevermögen                                                                                                                      
Mut.

Diese fünf Eigenschaften und die Theorie geben dem Weg „Do“ Inhalt und Sinn.

2.  Kurzgeschichte  Choi Hong Hi


Die Geschichte beginnt am 09. November 1918,
an diesen Tag wurde Choi Hong Hi geboren.    
Er wuchs in dem zerklüfteten rauen Gebiet Ha Dae im Myyong Kun Bezirk
im heutigen Nordkorea auf.
In jungen Jahren war er kränklich und zart und machte seinen Eltern
wegen seiner schwachen Konstitution Sorgen.
Choi Hong Hi war aber geistig aktiv und setzte sich schon früh politisch ein.
Wegen seinen Aufwiegeleien gegen die japanische Besatzungsmacht 
wurde er mit 12 Jahren aus der Schule ausgeschlossen.
Nach seinem Ausschluss schickte ihn sein Vater zu einem Privatlehrer.                                       
Dieser war kein geringer als der berühmte Lehrer der Kaligraphie, Herr Han Ii Dong.
Hier studierte er Kaligraphie. Wegen seiner schwachen körperlichen Verfassung unterrichtete ihn sein Lehrer auch in Taek Kyon, einer alten koreanischen Kampfkunst,
die überwiegend aus Fußtechniken bestand.
Mit 19 Jahren wurde Choi Hong Hi zur Weiterbildung nach Japan geschickt.
Hier lernte er das Karate kennen und fing an es zu trainieren.
Nach zweijährigem intensivem Training legte er den ersten Dan ab.
Einer seiner Lehrer war auch Funakoshi Gichin.
Neben seinem Studium an der Universität in Tokio bestand er
die Prüfung zum zweiten Dan.

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs
wurde er gegen seinen Willen in die japanische Armee eingezogen.
Aufgrund seiner noch bestehenden Kontakte
zu der Unabhängigkeitsbewegung Kwan Ju wurde er inhaftiert.
Im Gefängnis begann er aus Langeweile mit dem Training der Kampfkünste.
Kurz darauf gab er in seiner Zelle Unterricht.
Das Ende des Krieges war seine Rettung
und bewahrte ihn vor einer siebenjährigen Haftstrafe.
Nach seiner Entlassung kehrte er nach Korea zurück und lebte in Seoul.
Nach der Befreiung Koreas wurde der Staat neu gebildet.
1946 wurde auch eine neue Armee gegründet.
Dieser trat Choi Hong Hi bei und begann eine beispiellose Karriere
bis hin zum  General und Botschafter.
Neben seiner beruflichen Laufbahn beschäftigte er sich intensiv mit dem Training.
Choi Hong Hi fasste all seine Erfahrung aus den Kampfsport zusammen und begann seinen eigenen Stil zu entwickeln, welchen er nach seinem Pseudonym
als Schriftsteller „Chang Hun“ nannte.
Diese Entwicklungsphase sollte neun Jahre dauern.

Am 11. April 1955 stellte er der Öffentlichkeit seinen Stil vor.
Nach Rücksprache mit Vertretern der Regierung, der Armee
und bekannten Historikern
gab er seiner Kampfkunst den Namen Taekwon-Do.
Taekwon-Do wurde als Ausbildungsprogramm bei der Armee eingeführt,
was wesentlich zu Verbreitung beitrug.
Choi Hong Hi verließ 1961 die Armee
und befasste sich intensiv mit der Weiterentwicklung     
und Verbreitung der neuen Kampfkunst.
Am 22. März 1966
wurde die ITF (International Taekwon-Do Federation) gegründet,         
Choi Hong Hi wurde zum Präsidenten gewählt
und blieb dies bis zu seinem Tod im Juni 2002.

Wegen starker politischen Differenzen verließ er 1972 Korea mit Ziel Kanada.
Zitat Choi Hong Hi: 

 „Taekwon-Do und Politik haben miteinander nichts zu tun.
Da die Trennung der beiden in Korea unmöglich scheint,
habe ich den Sitz der ITF nach Kanada verlagert.“                                                          

1980 zog er sich aus der internationalen Ausbildung zurück,
aber er kehrte zehn Jahre später zurück, da die Ausbilder,
nicht nach seinen Vorstellungen unterrichteten.
Choi Hong Hi begann wieder weltweit Lehrgänge zu geben.
Er starb in Juni 2002 im Alter von 83 Jahren.